Pressemitteilung
ÖDP Köln lehnt Tunnelbau unter der Ost-West-Achse ab
Schulen statt Tunnel: Die ÖDP fordert einen schnellen oberirdischen Ausbau der Linie 1 und die Verwendung der Mittel für dringend nötige Schulsanierungen.
Tunnelblick? Nein danke!
Der ÖDP Kreisverband Region Köln spricht sich klar gegen den geplanten Tunnelbau unter der Ost-West-Achse aus. Der Stadtrat hatte im April 2025 beschlossen, die Achse zwischen Heumarkt und Moltkestraße unterirdisch auszubauen; die Kosten werden auf rund eine Milliarde Euro geschätzt. Aus Sicht der ÖDP ist das Projekt zu teuer, zu langwierig und bringt im Verhältnis zum Aufwand zu wenig Mehrwert für die Fahrgäste.
„Die Linie 1 ist überfüllt, und die Menschen brauchen schnelle Verbesserungen. Ein Tunnel bringt sie erst in vielen Jahren und legt dafür über lange Zeit die halbe Innenstadt lahm“, erklärt der stellvertretende Kreis- und Landesvorsitzende Frank Schulz. „Auch Fördergeld ist Steuergeld. Eine Milliarde, die in einem einzigen Prestigeprojekt gebunden ist, fehlt dort, wo sie dringend gebraucht wird, zum Beispiel bei der Sanierung unserer Schulen.“
Die ÖDP begründet ihre Ablehnung wie folgt:
- Kosten: Das Vorhaben bindet rund eine Milliarde Euro. Risiken wie Kostensteigerungen trägt am Ende die Allgemeinheit, auch bei hoher Förderung durch Bund und Land.
- Bauzeit und Belastung: Ein Tunnelbau bedeutet Baustellen in der Innenstadt über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Das belastet Anwohnerinnen und Anwohner, Pendlerinnen und Pendler sowie Einzelhandel, Gastronomie und Handwerk. Aufenthaltsqualität und lokale Wirtschaft leiden.
- Nutzen: Den größten Kapazitätssprung bringen längere Bahnen. Vorgesehen sind 90 statt 60 Meter lange Züge, die rund 50 Prozent mehr Fahrgäste aufnehmen können. Dafür sind verlängerte Haltestellen und ein guter oberirdischer Ausbau entscheidend, nicht zwingend ein Tunnel.
Die ÖDP fordert:
- Den oberirdischen Ausbau der Ost-West-Achse zügig voranzutreiben: längere Bahnen, verlässliche Takte, barrierefreie Haltestellen und sichere Wege für Rad- und Fußverkehr.
- Erhalt und Sanierung bestehender Infrastruktur grundsätzlich vor prestigeträchtige Einzelprojekte zu stellen.
- Frei werdende Mittel gezielt für Schulsanierungen und den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs einzusetzen.
"Wir stehen voll und ganz auf der Seite des Bündnis Verkehrswende Köln. Wer heute Zeit dazu findet ist dazu aufgerufen, an der Mahnwache des Bündnis teilzunehmen", so Frank Schulz weiter.
Weitere Information zur Mahnwache des Bündnis findet ihr hier: https://verkehrswende.koeln/events/mahnwache-vor-der-ratssitzung_2026-10-08 .
Diese Haltung entspricht dem Landeswahlprogramm der ÖDP Nordrhein-Westfalen „NRW360° – natürlich gerecht!“ zur Landtagswahl 2027, das dem Erhalt der Verkehrsinfrastruktur Vorrang vor prestigeträchtigen Einzelprojekten einräumt und Mobilität als Teil gesellschaftlicher Teilhabe versteht.
