24.07.2017

3 Milliarden Becher jährlich belasten die Umwelt!

Die ÖDP-NRW fordert entschiedene Schritte zur Müllvermeidung

(Münster) – 3 Milliarden „Coffee-to-go“- Becher werden in Deutschland pro Jahr nach einmaligem Gebrauch weggeworfen. Diese Becherflut belastet die Umwelt massiv. Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) Nordrhein-Westfalen fordert entschiedene Schritte, um diese Müllflut einzudämmen.

Der Trend des „Coffee-to-go“ erfreut sich größter Beliebtheit. Wer selber einen Becher zum Nachfüllen mitbringt, kann dies jedoch nicht überall nutzen. Überzogene Hygiene-Bedingungen oder Automaten, die nicht für größere Becher ausgelegt sind, erschweren den Umstieg des Einzelnen auf eine umweltfreundlichere Lösung. Alleine in Berlin landen pro Stunde 20.000 „Coffee-to-go“-Becher im Müll, im ganzen Jahr rund 170 Millionen. Deutschlandweit werden pro Stunde satte 320.000 Becher nach einmaligen Benutzen weggeschmissen; das sind insgesamt fast drei Milliarden im Jahr.

Es gibt bereits einige Kampagnen und Initiativen, die der dadurch resultierenden Belastung der Umwelt entgegenwirken wollen. Diese greifen aber nur bedingt. 82% der Coffee-to-go-Trinker finden es richtig, wenn Unternehmen versuchen, Verpackungsmüll zu reduzieren. Nach einer Umfrage des Marktforschungs- und Beratungsinstituts Yougov haben sich jedoch bisher lediglich 17% der „Coffee-to-go“-Konsumenten schon mal in einen wiederverwendbaren Becher nachfüllen lassen. Zwar bieten Unternehmen, wie zum Beispiel Tschibo, seit Kurzem einen Rabatt von 10 Cent an, wenn Mehrwegbecher genutzt werden. „Angesichts des unfassbare Ausmaß des durch Einwegbecher entstandenen Mülls sind uns die bisherigen Maßnahmen zu zaghaft und zu langsam“, so Benjamin Jäger, Vorsitzender des Landesverbands der ÖDP in Nordrhein-Westfalen.

In Freiburg gibt es beispielsweise seit einigen Monaten ein Mehrwegsystem, an dem sich zahlreiche Bäckereien und Cafés beteiligen. Auch in Nordrhein-Westfalen sollten endlich flächen-deckend wirkungsvolle Maßnahmen ergriffen werden. In Münster wird sich des Problems durch eine Vereinigung von Bäckerei-Betrieben (Bäcker-Gilde) angenommen und Mehrweg-becher durch diese zur Verfügung gestellt und deren Nutzung begrüßt und gefördert.

Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) Nordrhein-Westfalen fordert profitorientierte Unternehmen auf, ihre Verantwortung der Umwelt gegenüber endlich bewusst wahrzunehmen und diese nicht an den Verbraucher abzuwälzen. Es müssen Lösungen direkt von den Unter-nehmen gefunden und eingeführt werden. Durch wirklich attraktive Preissenkungen (z.B. 50 Cent) für Menschen, die ihren eigenen Becher mitbringen oder auch Preisaufschlag (ebenfalls 50 Cent) bei einer Einweg-Nutzung könnte die Mehrfachnutzungsquote gesteigert werden. Bei einer Variante mit Preisaufschlag könnte der Erlös, oder ein Teil davon, durch die so entstandenen Mehreinnahmen an Umweltorganisationen, die sich diesem Thema verschrieben haben, gespendet werden. So würde die Wahrnehmung auf dieses Problem der Verbraucher gefördert und geschult werden. Auch könnten die Unternehmen dies wiederrum als Verbesserung ihres eigenen Image nutzen: „Eine Win-Win-Situation“, so Jäger.

[Pressemitteilung der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) Nordrhein-Westfalen vom 24. Juli 2017]