18.01.2017

ÖDP? Irgendwas mit Öko, oder was?

"Ach, so ne Öko-Partei...", nach dem x-ten Mal, dass ich so einen Kommentar gehört habe, reichte es mir. "Was, um Himmels Willen, ist denn so schlimm an Öko?", rief ich.

"Ach, so ne Öko-Partei...", nach dem x-ten Mal, dass ich so einen Kommentar gehört habe, reichte es mir. "Was, um Himmels Willen, ist denn so schlimm an Öko?", rief ich. "Was, bitte, ist schlimm an Nachhaltigkeit? Entschuldige bitte, wenn mich die Umwelt und die Menschen interessieren! Entschuldige bitte, wenn ich mich für Nachhaltigkeit einsetze, so dass unsere Kinder und Kindeskinder noch frische Luft atmen und in Frieden wachsen können! Entschuldige bitte, dass ich mich dafür einsetze, dass wir nicht im Müll versinken! Entschuldige bitte, dass mir Tiere nicht egal sind und ich dafür kämpfe, dass auch sie auf dieser Welt einen angenehmen Platz behalten! Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich möchte später mal nicht erzählen müssen, wie das Bienensterben unsere Welt veränderte, warum ich den Ort, an dem ich lange gelebt habe ohne Waffe oder Polizeischutz nicht mehr betreten kann oder wie das Meer mal aussah ohne Müll." Danach herrschte Stille.

Ich glaube, viele vergessen im Hier und Jetzt, dass Frieden und Wohlstand keine Selbstverständlichkeit ist. Wie wir hier leben, längst nicht perfekt, aber besser als Millionen Andere, wurde von Generationen vor uns erkämpft. Doch in den letzten Jahren sind Themen wie Ökologie und Nachhaltigkeit zum Glück so stark geworden wie nie zuvor. Immer mehr Menschen interessieren sich für Hintergründe, merken, dass auch sie etwas beitragen können und wollen auch aktiv etwas für eine bessere Welt tun. Dies fängt im Kleinen an: Schon mit einem Einkauf im Supermarkt bestimmen wir mit, wer unterstützt wird, was gefördert werden soll und wer letztendlich unser hart verdientes Geld bekommt. Immer mehr Menschen achten beim Einkauf auf regionale Produkte, eine gesunde Ernährung und faire Arbeitsbedingungen. Für sich selbst und für Andere. Nur die Politik hinkt den Entwicklungen und Bedürfnissen der Bürger irgendwie stets hinterher. Nur wer schreit, wird beachtet. Nur wenn grad Wahlen sind, geht man auch mal auf die regionalen Themen ein.

Wenn man als "Normalbürger" im Laufe der Globalisierung irgendwann mit der "großen" Politik nichts mehr anfangen konnte und mittlerweile nur noch Popcorn rausholt um sich das Schauspiel der Wahlen anzuschauen, genau dann wird es Zeit aktiv zu werden. Statt in immer mehr Frust und Hilflosigkeit zu versinken, beschloss ich also einer Partei beizutreten. Aber nicht irgendeiner. Denn ich möchte bei dem Schauspiel nicht mitmachen. Ich möchte viel mehr, dass auch die Interessen der "kleinen Leute" wieder gestärkt und vertreten werden. Natürlich ist es wichtig, sich mit globalen Themen auseinanderzusetzen und für die ganze Welt zu kämpfen, aber was ist mit mir, hier, in meiner Straße, in meinem Viertel, in meiner Stadt? Wo die Menschen scheinbar im Dauerstress sind, Integration eins der wichtigsten Themen sein müsste und die ständig überfüllten Mülleimer darauf hinweisen, dass das Geld für so etwas wohl woanders hin wandert? Dies sind nur wenige der Probleme im Ruhrgebiet.

Das Bewusstsein über Umwelt und deren Schutz wird bei jedem Einzelnen größer, wenn auch der eigene Lebensraum viel direkter bedroht wird. Das längst überfällige Abschalten der maroden AKW Tihange und Doel ist ein weiteres großes Thema des ÖDP-Wahlkampfes. Hier sind wir in NRW direkt bedroht und bei einem größerem Vorfall direkt betroffen. Ich für meinen Teil finde es absolut unverständlich, dass man für deren Abschaltung so kämpfen muss. Aber wir machen weiter! Für eine ökologische Wirtschaft, für die Erhaltung unseres Lebensraums, für ein friedliches Miteinander. Das ist für mich Nachhaltigkeit.

 

©Jessica Kratz, Kommunalbeaufragte ÖDP-NRW